Alles dreht sich um Wasser

Am Samstag, den 8. Februar haben wir zwei Dörfer etwa 80 km entfernt von Jabalpur besucht.

Diese Dörfer liegen mitten in einem sehr trockenen Gebieten. Bevor Andheri sich gemeinsam mit der Partnerorganisation WOTR (Whatershed Organisation Trust) dort ab 2006 engagiert hat, war die Situation in den Dörfern wie folgt:

- Die Dorfbewohner wissen nichts über ihre Rechte und ihre Mögichkeiten.

- Es gibt keine Trinkwasserversorgung, die Menschen müssen 2-3 km weit laufen um an eine Wasserstelle zu kommen. Diese Arbeit erledigen die Frauen und Mädchen.

-Es gibt keine Schule für die Kinder und keine Bildung für Erwachsene.

-Es gibt einen sehr hohen Prozentsatz an Gewalt, auch sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

-Die Regierung hat aufgrund der geographischen Lage dieses Dorfes keine Interesse daran das Dorf zu fördern.


Die Andheri Hilfe arbeitet grundsätzlich immer mit Partnerorganisationen vor Ort. Die indischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen die Belange und Gegebenheiten in den Dörfern. Sie können mit den Menschen dort Projekte entwickeln, die dann nicht von außen kommen, sondern die Menschen in den Dörfern selber wollen.


Das ist Marcella, sie ist Ärztin und begleitet uns als Vertreterin von WOTR in die Dörfer. Sie hat uns erzählt, dass am Beginn des Projektes die Menschen in den Dörfern aufgefordert worden sind, auf den Hügeln kleine Steindämme zu bauen. Es war zunächst sehr schwer, die Menschen zu überzeugen diese Arbeit zu tun. Aber es ist wichtig für deren eigene Motivation und für das Gefühl ein Projekt selber zu wollen und ins Leben zu rufen.

Was wir heute in diesen beiden Dörfern sehen konnten, hat uns sehr bewegt. Es gibt eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft. Das Dorf besteht aus Häusern, die aus Lehmziegeln gebaut sind. Der Lehm speichert die Wärme des Tages und kühlt im heißen Sommer. Es gibt einen Innenhof, einen anschließenden Stall und etwas Garten.


Einzelne durch Regierungsprogramme gebaute Steinhäuser stehen leer, weil sie nicht den klimatischen Bedingungen genügen.







Das Bewässerungssystem ist total beeindruckend. Die Menschen bauen oben auf den Hügeln Steinwälle, und wenn der Monsun kommt, fließt das Wasser durch die Steinwälle den Hügel hinunter. Die Erde, die sonst weggeschwemmt würde, sammelt sich hinter den Steinwällen und kann als fruchtbarer Boden bewirtschaftet werden.

Das Wasser kommt gelenkt unten an und landet in einem Auffangbecken.




Aus diesem Auffangbecken können sich alle Bauern des Dorfes bedienen, um ihre umliegenden Felder zu bewässern.

Es gibt Wasserbrunnen in der Nähe des Dorfes und auch Pumpen im Dorf.




Im Dorf gibt es eine Grundschule und auch eine Highschool.


In Jungaliya wurden wir warmherzig mit einer traditionellen Zeremonie begrüßt.

wir wurden mit Namen einzeln genannt und uns wurde eine Blumenkette umgehängt.



Verschiedene Menschen aus dem Dorf, unter anderem auch der Bürgermeister, erzählten uns von der Situation heute. Sie beschrieben uns, was die Menschen dort alles tun, um ihre Situation zu verbessern. Besonders die Ausbildung der Kinder und auch gesundes Essen und Hygiene waren ein wichtiges Thema.



Nach der Zeremonie mit der gesamten Dorfgemeinschaft wurden wir in das Haus des Bürgermeisters zum Essen eingeladen.




Auch in dem Dorf Salephpani wurden wir schon von der gesamten Dorfgemeinschaft erwartet.



Hier fand die Versammlung mit uns in einer traumhaften Abendsonne statt. Auch hier waren die Menschen aktiv und offen und haben ausführlich berichtet.




Diese Frauen haben sich in einer Selbsthilfegruppe organisiert.



Der Rundgang durch das Dorf war wirklich toll. Wir haben Einblick in das Dorfleben nehmen können.


Es gibt eine befestigte Dorfstraße.


Es gibt einen großen Trinkwasserbrunnen, aus dem die Frauen und Mädchen das Wasser für den täglichen Bedarf holen.



Hier werden die Lehm-Ziegel hergestellt, mit denen die Menschen ihre Häuser bauen.


.Abendstimmung über dem Dorf.


Das sind die Felder um das Dorf herum.


Viele Kinder sind uns bis in die Felder gefolgt. Sie hatten einen unglaublichen Spaß, als ich sie einzeln fotografiert habe und ihnen die Portrait-Bilder anschließend gezeigt habe.






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Ich bin Karin Freist-Wissing, Musikerin,

im Februar 2020 fahre ich mit einer Delegation der Andheri-Hilfe Bonn nach Indien, um dort Menschen kennenzulernen und zu unterstützen, sich und ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können.

Ich freue mich auf das Land und die Menschen in Indien.

Viel Freude mit meinem Blog www.karindien2020.com

 

 

 

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