Dakwar , ein Dorf im Aufbruch!

Aktualisiert: Feb 17

Dakwar ist ein Dorf im Distrikt Uttar Pradesh, etwa eine Autostunde von der Großstadt Lucknow entfernt. Hier wohnen 62 Familien mit insgesamt 503 Personen.


In diesem Dorf wird sich ab sofort die NGO Pani engagieren, um den Menschen hier ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

So ist die Situation in Dakwar zu Beginn des Projektes:

Es gibt sowohl zu wenig Trinkwasser, als auch zu wenig Wasser für die Landwirtschaft.

Es gibt drei Grundschulen im Dorf und eine Schule, die bis zur achten Klasse führt. Aber es gibt zu wenig, oft gar keine Lehrer. Viele Familien schicken ihre Kinder nur sehr unregelmäßig zur Schule.

Die weiterführende Schule ist so weit entfernt, dass die meisten Kinder dort nicht hingehen können. Wenn eine Familie finanziell in der Lage ist ein bis zwei Kinder in diese Schule zu schicken, dann sind es zunächst die Jungen, die gehen dürfen.



Im Dorf gibt es keine Toiletten, die Gesundheitsversorgung ist miserabel.

84 % der Dorfbevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Davon haben aber nur 10 % so viel Boden-Besitz, dass sie davon leben können. Aus fast jeder Familie muss ein Erwachsener das Dorf verlassen, um Arbeit woanders zu suchen. In der Regel bleiben Frauen und Kinder zurück und verarmen noch mehr.


Zu Beginn unseres Besuches wurden wir, wie in fast jedem Dorf, zunächst in die Dorfversammlung eingeladen. Uns fielen zwei Dinge sofort auf. Im Dorf wohnen knapp über 500 Personen, aber in der Versammlung waren höchstens 30 Menschen anwesend. Die Frauen, die uns gegenüber saßen, hatten traurige Gesichter. Viele von ihnen haben kein einziges Mal gelächelt.





Wir baten den Dorfvorsteher und unsere Dolmetscher, Fragen direkt an die Frauen richten zu dürfen. Das wurde gestattet, aber auf unsere Frage nach den Träumen und Hoffnungen dieser Frauen in Bezug auf das nun bald startenden Projekt, bekamen wir von Ihnen keine Antwort.


Die Männer antworteten dafür umso engagierter.


Nur eine einzige Frau hatte den Mut, der heftigen Diskussion der Männer etwas entgegen zu setzen.


Ganz anders die jungen Mädchen. Die kommende Generation wird durch die Projekte und Trainings der Organisationen, wie hier in diesem Fall Pani, ganz andere Ausgangschancen haben.

Die jungen Mädchen waren offen und neugierig. Sie kamen auf uns zu, wollten Selfies machen, und sprühten nur so vor Fröhlichkeit und Tatendrang.



Auffallend war auch, dass sowohl ältere als auch junge Männer hinten im Raum standen und das Ganze stumm beobachtet haben. In der ersten Reihe saßen diejenigen Männer, die eindeutig im Dorf das Sagen hatten und meldeten sich ausgiebig zu Wort.


Wie gesagt, die Menschen, denen wir hier begegnet sind, bilden nur einen ganz kleinen Teil des Dorfes. Die meisten sind gar nicht erst zu der Versammlung gekommen. Und hier setzt die unglaublich langwierige und schwierige Arbeit der Mitarbeiter von Pani ein.


Mr. Deo Datt erzählte uns, dass es etwa 2-3 Monate dauert, bis die Mädchen und Frauen sich trauen, in die Dorfversammlung zu kommen. Durch die Bildung von kleineren Selbsthilfegruppen, in denen Frauen und Mädchen sich ohne Angst vor Konsequenzen frei äußern können, wird das Vertrauen aufgebaut.

Die „Fieldworkerinnen„ gehen immer wieder von Haus zu Haus und sprechen mit den Menschen.



So können Sie nach einer Weile die Kräfteverhältnisse im Dorf, das soziale Verhalten und die Stärke der einzelnen Familien einschätzen.

ist das Vertrauen aufgebaut, beginnt die eigentliche Arbeit. Hier nur zwei Beispiele:


Erste Geschichte:

Die Menschen hier sehen das Wasser, das so knapp ist, nicht als Allgemeingut An. Sie glauben das Wasser, das auf ihrem Land ankommt, gehöre nur Ihnen. Aus diesem Grund düngen sie beispielsweise ihre kleinen Felder mit chemischen Düngermitteln, die das Grundwasser verseuchen. Mit zielgerichteten, pädagogischen Planspielen erklären die NGO‘s den Dorfbewohnern die Wichtigkeit von der Bewahrung des Allgemeingutes und der Nachhaltigkeit der Arbeit, die sie tun.


Zweite Geschichte:

eine alte Frau im Dorf hat ein Konto bei einer Bank, auf dem sie ein bisschen Geld gespart hat. Nach ihrem Tod wollen Sohn und Tochter auf dieses Konto als Erben eingetragen werden. Da die Erfassung der Lebensdaten hier oft falsch und unvollständig ist, und viele Menschen einen niedrigen Bildungsstand haben, müssen beide ihren Daumenabdruck als Unterschrift hinterlassen.

Es stellt sich heraus, dass die Tochter wegen der jahrelangen Arbeit mit schädlichen giftigen Putzmitteln kaputte Finger hat, und ein Daumenabdruck nicht möglich ist. So wird also nur der Sohn als Erbe eingetragen und bekommt das ganze Geld. Seiner Schwester gibt er nichts ab.


Es ist nicht zu ermessen, welch wertvolle Arbeit die Organisation Pani hier leistet. Sie arbeiten dafür, dass die kommenden Generationen in diesen Dörfern ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes und modernes Leben führen können.





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Ich bin Karin Freist-Wissing, Musikerin,

im Februar 2020 fahre ich mit einer Delegation der Andheri-Hilfe Bonn nach Indien, um dort Menschen kennenzulernen und zu unterstützen, sich und ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können.

Ich freue mich auf das Land und die Menschen in Indien.

Viel Freude mit meinem Blog www.karindien2020.com

 

 

 

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