Große Not und grenzenlose Hoffnung - eine Lektion in Motivation

Aktualisiert: Feb 15

Was treibt diese Menschen an? Das ist die eine Frage. Aber was bringt sie dazu durchzuhalten und weiterzumachen? Was macht sie so stark, mit Mut, Ideen, Kraft und schier unbegrenzter Geduld einfach nicht aufzugeben? Diese Frage stellen wir uns alle hier, wenn wir die unfassbar wertvolle Arbeit der Mitarbeiter der indischen Partnerorganisationen hier vor Ort sehen.

Sie können nicht, wie wir, nach zwei Wochen in ihr schönes Leben in einem reichen sicheren Land zurückkehren. Sie bleiben hier und haben täglich das ganz individuelle große Leid von Menschen vor Augen, denen sie täglich ins Gesicht sehen und so oft doch nicht helfen können.


Sie arbeiten oft bis zur Erschöpfung und fahren am Abend doch noch einmal 1Stunde mit dem Auto, um in abschliessender Gesprächsrunde unsere drängenden Fragen beantworten zu können.




Sie begleiten uns durch Slums und abgelegene Dörfer und kümmern sich auch um unser leibliches Wohl.


Dabei bleiben sie auch in heiklen Situationen gelassen und zugewandt.


Was ist das Geheimnis? Ich habe beobachtet, dass die Gesprächsrichtung der indischen Menschen eine andere ist als bei uns.

Zuhören - Zugewandtheit- Interesse

Das sind Eigenschaften, die wir in unseren Gesprächen in unserem so vollen stressigen Alltag kaum mehr kennen. Keine Zeit zu haben, ist bei uns normal.

Die Gesprächsrichtung ist wichtig!


Jemandem Zuhören, das heißt, die Richtung geht von meinem Gegenüber zu mir. Ich konzentriere mich als Zuhörender auf das, was als Botschaft mit Worten, Blicken, Gesten zu mir kommt, ohne nach Erwiderungen zu suchen, die mich ins Spiel bringen. Ich nehme mich zurück.

Jetzt kann ich das Gehörte in mir ankommen lassen, das braucht Zeit.

Und nun kommt das typisch Indische, das mich fasziniert:

Der Zuhörer unterstützt, trägt, führt den Erzählenden irgendwie weiter auf DESSEN Weg, nicht auf SEINEM. Er reagiert „beratend-dienend“, nicht „belehrend-zielorientiert“.


Diese Art des Zuhörens und Miteinander-Denkens schafft eine echte Verbindung, eine gemeinsame Richtung, eine positive Grundhaltung, auch und gerade in schwierigen Situationen.




Die Inder haben echtes Interesse an Fremden.

Es ist normal, dass auf der Straße jemand auf dich zukommt, dir die Hand gibt, dich fragt, wie es dir geht, wie du heißt und wo du herkommst.

Ich habe hier schon mehrmals mit wildfremden Menschen in wenigen Minuten philosophische Gespräche über Gott und die Welt geführt, und nach einem gestenreichen Abschied geht jeder bereichert seiner Wege.

Man stelle sich das in Deutschland vor....

Einen Versuch wäre es wert...













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Ich bin Karin Freist-Wissing, Musikerin,

im Februar 2020 fahre ich mit einer Delegation der Andheri-Hilfe Bonn nach Indien, um dort Menschen kennenzulernen und zu unterstützen, sich und ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können.

Ich freue mich auf das Land und die Menschen in Indien.

Viel Freude mit meinem Blog www.karindien2020.com

 

 

 

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