Unglaublich...unfassbar... großartig

Rawtpura, ein Dorf in der Bundelkandh-Region, einem sehr ländlichen, armen und nicht entwickelten Gebiet in Indien.

Was wir dort erleben durften ist unbeschreiblich.

2010 hat die Andheri-Hilfe angefangen sich mit den Organisationen hier vor Ort in diesem Dorf zu engagieren.

Wir haben ein glückliches Dorf erlebt, anders kann man es nicht sagen.


Vor 2010 gab es in diesem Dorf keine Struktur, keine Schule, keine Toiletten.

Die Menschen dort wussten nicht um ihre Rechte und Möglichkeiten.

Gewalt und sexuelle Gewalt gegen Frauen war die Normalität.

Mädchen wurden früh verheiratet und dann in die Häuser eingesperrt, sie hatten keine Stimme.

Die Regierung hat sich um die Dörfer in dieser Region nicht gekümmert.

Die Kinder waren weitgehend sich selbst überlassen, es gab keine Hygienemaßnahmen und keine gesunde Ernährung.

Dann hat Andheri gemeinsam mit indischen

Partnern das Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe „ gestartet.


Es wurde gemeinsam mit den Dorfbewohnern ein Aktionsplan entwickelt.

Es wurde eine Schule eingerichtet, zunächst im Freien. Es wurde eine Selbsthilfegruppe für Frauen gebildet. Durch diese Gruppe hatten die Frauen, die bisher nach extrem früher Heirat in die Häuser eingesperrt waren und nicht reden durften, die Möglichkeit sich zu treffen und zu lernen, sich auszutauschen.


Schnell haben die Frauen erkannt, dass sie einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Dorfgemeinschaft haben, und die Themen ihrer Gruppe haben sie schnell von persönlichen auf allgemeine gesellschaftlich relevante Themen ausgeweitet.


Sie haben sich um die Belange ihrer Kinder gekümmert. Sie haben ihnen eine bessere Ernährung zukommen lassen. Sie haben sie zur Schule geschickt, vor allem auch die Mädchen.


Die Dorfgemeinschaft hat die Bedeutung von Hygiene erkannt, es wurden Toiletten und Trinkwasserbrunnen gebaut.

Nachdem die Frauen und Mädchen gelernt haben, sich zu äußern, frei über ihre Gefühle und Pläne zu sprechen, wurden auch Gruppen für die Männer gegründet, in denen sie sich austauschen und ihre neuen Rollen in einer veränderten Gesellschaft finden konnten.


Auch die Kinder bekamen eine eigene Stimme. Es wurde ein Kinderparlament gegründet, in dem sie lernen, dass sie ein Recht auf Bildung und Gesundheit haben.


Und nun begann das, was uns heute so tief berührt und begeistert hat. Die Dorfgemeinschaft ist zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen, egal ob Mann , Frau oder Kind, ob alt oder jung...

Wir konnten diesen liebevollen offenen Umgang miteinander miterleben, der so viel Geborgenheit, Sicherheit und Freude auf eine gute Zukunft zum Ausdruck bringt:










Mein persönliches Highlight:

vor dem Büro des Dorfes, in dem die Pläne hängen, die das Dorf gemeinsam für die nächste Zeit entwickelt hat...


Habe ich mich mit einigen Schulmädchen unterhalten. Ganz vorneweg war Taniska. Schülerin der 6. Klasse und 10 Jahre alt. Ihr Lieblingsfach ist Mathe.


Sie haben mir erzählt, wie sie heißen, welches Fach in der Schule sie mögen und was sie werden wollen. Auf einmal wurden sie immer aufgeregter und kicherten und lachten und sagten:“come, come!“

Ich bin mitgegangen, und sie haben mir begeistert ihr Dorf und ihre Häuser gezeigt!


Ich habe viele blitzsaubere blaue Häuser mit schönen Innenhöfen gesehen und lachende freundlich winkende Menschen.


Jedes von den Mädchen wollte neben mir gehen, sie haben sich fast überschlagen mit Erklärungen und stolzem Zeigen.

Und dann ging es mit vielen Stufen den Berg hinauf, sie wurden immer schneller.

Oben angekommen, wartete eine kleine fröhliche Menschenmenge:




Hier oben haben sie uns erwartet, wir durften gemeinsam mit ihnen einen neuen Hindu-Tempel einweihen.

Aber das ist eine neue Geschichte.






Natürlich haben die Menschen hier auch weiterhin das ein oder andere Problem, wie überall auf der Welt in jeder Gemeinschaft.

Aber wir haben eine echte Dorfgemeinschaft mit glücklichen Menschen erlebt.

Es ist möglich, Verantwortung zu übernehmen, und sich für Menschen am „anderen Ende der Welt“ zu engagieren.

Und wisst ihr, was das Überraschende dabei ist?

Ich werde hier so reich beschenkt. Einiges in meinem Alltag in Bonn verschiebt sich hier und rückt an den richtigeren Platz.

Wir haben nur dieses eine Leben, und das können wir nur miteinander leben im wahrsten Sinne des Wortes. So einfach ist das.






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Ich bin Karin Freist-Wissing, Musikerin,

im Februar 2020 fahre ich mit einer Delegation der Andheri-Hilfe Bonn nach Indien, um dort Menschen kennenzulernen und zu unterstützen, sich und ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können.

Ich freue mich auf das Land und die Menschen in Indien.

Viel Freude mit meinem Blog www.karindien2020.com

 

 

 

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